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Drohnentechnologie zur Kartierung von PV-Anlagen

Kartierung von PV-Anlagen mit Drohnentechnologie: Aus überlappenden Luftbildern entsteht eine räumlich zusammenhängende Darstellung des PV-Standorts.

Aktualisiert am 30. Oktober 20266 Min. Lesezeit

Was Drohnenkartierung liefert

Eine Drohnenkartierung erzeugt aus überlappenden Luftbildern eine räumlich zusammenhängende Darstellung des PV-Standorts. Je nach Aufnahme- und Auswerteverfahren können daraus Orthofotos, Lageinformationen zu Modulreihen, sichtbare Wege, Einfriedungen, Gebäude, Wechselrichterbereiche und andere oberirdisch erkennbare Strukturen abgeleitet werden. Für den Betrieb ist vor allem wichtig, dass diese Informationen einem aktuellen Lageplan gegenübergestellt werden können.

Ein Orthofoto unterscheidet sich von einem einzelnen schrägen Luftbild dadurch, dass es geometrisch aufbereitet wird und dadurch kartografisch nutzbarer ist. Module, Reihen und sichtbare Betriebsmittel lassen sich so innerhalb eines gemeinsamen räumlichen Bezugs betrachten. Die tatsächliche Lagegenauigkeit hängt allerdings von Flugplanung, Positionsdaten, Passpunkten, Kamerageometrie und Auswertung ab.

Modulpositionen können im nächsten Schritt mit Prüf- und Wartungsdaten verbunden werden. Ein thermischer oder sichtbarer Befund ist für die Instandhaltung wesentlich nützlicher, wenn er nicht nur als Bilddatei vorliegt, sondern einer konkreten Reihe oder Modulposition zugeordnet werden kann.

Die Karte bleibt dennoch eine Dokumentations- und Orientierungsebene. Sie ersetzt weder einen amtlichen Lageplan noch eine vermessungstechnische Festlegung, wenn für die betreffende Entscheidung eine höhere Genauigkeit verlangt wird.

Drohnentechnologie zur Kartierung von Solarmodulstandorten

Warum die Kartierung der Anlage für den Betrieb wichtig ist

Große PV-Anlagen bestehen aus vielen ähnlich aussehenden Reihen. Auf dem Boden kann es deshalb schwierig sein, eine fotografierte Auffälligkeit später wieder genau zu lokalisieren. Eine aktuelle Anlagenkartierung reduziert diese Unsicherheit, indem Befunde mit einem räumlichen Bezug verknüpft werden.

Das ist besonders bei wiederkehrenden Prüfungen wichtig. Wenn ein Modul bei einer früheren Untersuchung als auffällig dokumentiert wurde, kann die nächste Prüfung gezielt denselben Ort berücksichtigen. So lässt sich besser nachvollziehen, ob ein Befund weiterhin besteht, verschwunden ist oder sich verändert hat.

Auch für Wartungsaufträge ist eine genaue Ortsangabe hilfreich. Das Team kann vor dem Einsatz erkennen, welcher Bereich betroffen ist, wie er erreichbar ist und welche Nachbarstrukturen zu berücksichtigen sind. Dadurch wird die Karte Teil der Arbeitsvorbereitung, ohne selbst eine technische Diagnose zu liefern.

Eine Kartierung kann außerdem zeigen, dass sich der Standort seit der ursprünglichen Planung verändert hat. Vegetation, neue Wege, Bauarbeiten, zusätzliche technische Einrichtungen oder veränderte Zufahrten können im laufenden Betrieb relevant werden.

Elektrische Eigenschaften lassen sich daraus jedoch nicht ableiten. Eine korrekt kartierte Modulposition sagt nichts über Isolationswiderstand, Strom, Spannung, Polarität oder den Zustand des Wechselrichters aus.

Wie ein Kartierungsflug geplant wird

Die Flugplanung richtet sich zuerst nach der gewünschten Bodenauflösung. Soll lediglich die Reihenstruktur dokumentiert werden, gelten andere Anforderungen als bei einer Kartierung, in der einzelne Module sicher unterscheidbar sein müssen. Flughöhe, Kamera, Objektiv, Geschwindigkeit und Bildüberlappung werden entsprechend gewählt.

Ausreichende Überlappung zwischen den Bildern ist notwendig, damit gemeinsame Bildmerkmale erkannt und räumlich zusammengeführt werden können. Zu geringe Überlappung, Bewegungsunschärfe oder sich stark wiederholende Modulstrukturen können die Rekonstruktion erschweren. Gerade PV-Felder mit vielen nahezu identischen Reihen stellen deshalb besondere Anforderungen an die Bildauswertung.

Passpunkte können eingesetzt werden, wenn der räumliche Bezug verbessert oder überprüft werden soll. Ihre Wirkung hängt davon ab, wie genau sie eingemessen und über das Gelände verteilt wurden. Sie machen die Karte nicht automatisch an jedem Punkt gleich genau.

Auch Lichtverhältnisse und Oberflächenstruktur spielen eine Rolle. Starke Reflexionen auf Modulglas, tiefe Schatten oder gleichförmige Flächen können die Bildzuordnung erschweren. Die Route sollte deshalb nicht nur möglichst viel Fläche erfassen, sondern auch geeignete Ausgangsdaten für die Kartierung liefern.

Die Bodenauflösung sollte vor dem Flug feststehen. Ein nachträgliches Hineinzoomen kann keine Details wiederherstellen, die wegen zu großer Flughöhe nicht aufgenommen wurden.

Geschwindigkeit, Abdeckung und Zugang

Drohnen können große Freiflächen schneller räumlich erfassen als eine rein manuelle Begehung mit Einzelaufnahmen und handschriftlicher Positionszuordnung. Der mögliche Zeitgewinn hängt jedoch stark von Anlagengröße, Gelände, Flugbeschränkungen, gewünschter Auflösung und Zahl der benötigten Startpunkte ab.

Ein offener Standort mit regelmäßiger Reihenstruktur lässt sich anders bearbeiten als eine Anlage mit Bäumen, Hochspannungsleitungen, Gebäuden oder starkem Gefälle. Auch örtliche Flugvorgaben und betriebliche Einschränkungen können die theoretisch mögliche Abdeckung deutlich reduzieren.

Höher zu fliegen erhöht die pro Bild erfasste Fläche, verringert aber den Detailgrad. Niedrigere Flughöhen liefern mehr räumliche Auflösung, erzeugen dafür mehr Bilder und längere Routen. Der technisch sinnvolle Punkt hängt vom Zweck der Kartierung ab.

Schwieriger Zugang am Boden kann den Nutzen der Drohne erhöhen. Schlammige Wege, Vegetation oder große Entfernungen zwischen den Reihen lassen sich aus der Luft zunächst umgehen. Für Passpunkte, Detailprüfungen und Reparaturen bleibt jedoch weiterhin physischer Zugang erforderlich.

Die Drohne beseitigt den Geländeaufwand deshalb nicht vollständig. Sie verlagert einen Teil der Datenerfassung in die Luft.

Datenmenge und Prüfaufwand

Mit sinkender Flughöhe und steigender Bildüberlappung wächst die Datenmenge schnell. Eine größere Zahl hochauflösender Bilder kann die Kartierung verbessern, erzeugt aber auch mehr Speicher-, Verarbeitungs- und Prüfaufwand.

Nicht jedes zusätzliche Bild erhöht den praktischen Nutzen. Entscheidend ist, ob die Aufnahme neue räumliche Information liefert oder lediglich bereits ausreichend dokumentierte Bereiche wiederholt. Der Aufnahmeplan sollte deshalb zwischen notwendiger Redundanz und unnötiger Datenmenge unterscheiden.

Nach der Verarbeitung muss die Karte kontrolliert werden. Verzerrte Reihen, doppelte Strukturen, verschwommene Bereiche, Lücken oder offensichtlich verschobene Objekte können auf Probleme bei Aufnahme oder Rekonstruktion hinweisen. Eine optisch ansprechende Gesamtkarte ist noch kein Nachweis korrekter Geometrie.

Auch die Zuordnung von Modulpositionen erfordert Kontrolle. Werden Befunde später automatisiert oder manuell auf die Karte gelegt, muss klar sein, welche Genauigkeit dieser Positionsbezug tatsächlich besitzt.

Software kann die Datenhaltung und Auswertung unterstützen. Sie ersetzt aber nicht die Qualitätskontrolle der Ausgangsdaten und der daraus erzeugten Kartenprodukte.

Grenzen und Genauigkeit

Jede Drohnenkartierung besitzt eine endliche Lagegenauigkeit. GNSS-Qualität, Kamerakalibrierung, Fluggeometrie, Passpunkte, Gelände, Bildschärfe und die verwendete Verarbeitung beeinflussen, wie gut die digitale Darstellung mit der tatsächlichen Position übereinstimmt.

Schwierige Lichtverhältnisse können weitere Fehler verursachen. Reflexionen auf Modulglas, starke Schatten oder geringe visuelle Struktur erschweren die Zuordnung einzelner Bilder. Besonders in gleichförmigen Modulfeldern können kleine Rekonstruktionsfehler unauffällig wirken.

Auch der Maßstab muss zum Zweck passen. Eine Karte, die für Block- und Reihenübersichten völlig ausreichend ist, kann für die sichere Identifikation benachbarter Einzelmodule zu ungenau sein. Vor der Nutzung sollte deshalb bekannt sein, für welche Entscheidung die Kartierung erstellt wurde.

Die Karte zeigt darüber hinaus nur sichtbare oder aus der Oberflächengeometrie abgeleitete Informationen. Sie belegt keinen elektrischen Zustand. Isolationswiderstand, Strom, Spannung, Schutzleiterverbindung oder Wechselrichterfunktion müssen mit anderen Verfahren geprüft werden.

Eine Drohnenkarte ist damit ein räumliches Arbeitsmittel, kein elektrischer Prüfbericht.

Kartierung mit thermischer Prüfung kombinieren

Kartierung und Thermografie aus der Luft ergänzen sich, weil sie unterschiedliche Informationen liefern. Die Kartierung stellt den räumlichen Bezug her, während die Thermografie Temperaturmuster an in Betrieb befindlichen Modulen und anderen Komponenten sichtbar machen kann.

Ein thermischer Befund wird für die Instandhaltung deutlich nützlicher, wenn er einer Modulposition oder zumindest einer eindeutigen Reihe zugeordnet werden kann. So kann das Wartungsteam später gezielt prüfen, ob eine elektrische oder physische Ursache vorliegt.

IEC 62446-3 behandelt die thermografische Prüfung von in Betrieb befindlichen PV-Systemen im Außenbereich. Dabei werden Ausrüstung, Umgebungsbedingungen, Verfahren, Personalkompetenz und Berichtswesen berücksichtigt. Ein einheitliches Temperaturintervall, das für alle Anlagen als allgemeines Akzeptanzkriterium gilt, wird nicht vorgegeben.

Für thermische Vergleiche müssen zusätzlich Einstrahlung, Wind, Wolken, Modultemperatur und Blickwinkel berücksichtigt werden. Eine räumlich präzise Karte macht eine thermische Aufnahme nicht automatisch technisch vergleichbar.

Ein thermisches Muster ist außerdem kein Ursachennachweis. Die Karte hilft dabei, den Ort zu finden; elektrische Prüfungen und physische Kontrolle klären gegebenenfalls die Ursache.