MapperX-Logo
MapperX-Logo

Wie erkennt man defekte Solarmodule?

Wie erkennt man defekte Solarmodule? Solarmodule können im Laufe der Zeit durch äußere Einflüsse verschiedene Schäden und Defekte erleiden.

Aktualisiert am 30. Oktober 20266 Min. Lesezeit

Was thermische Inspektion zeigt

Thermische Inspektion erfasst Temperaturmuster an in Betrieb befindlichen PV-Modulen und ausgewählten elektrischen Komponenten. Warme Zellbereiche, auffällige Modulflächen, ungewöhnliche Strangmuster oder erwärmte Verbindungen können dadurch sichtbar werden, sofern Auflösung und Betriebsbedingungen zur Prüfaufgabe passen.

Ein thermischer Unterschied ist zunächst eine Beobachtung. Eine erhöhte Temperatur kann unter anderem mit Zellschäden, Verschattung, Mismatch, elektrischer Verbindung oder anderen physikalischen Bedingungen zusammenhängen. Das Bild allein legt nicht fest, welche Ursache tatsächlich vorliegt.

Besonders hilfreich ist der Vergleich mit technisch ähnlichen Modulen unter vergleichbarer Einstrahlung und ähnlichem elektrischen Zustand. Eine absolute Temperatur ohne Kontext ist deutlich weniger aussagekräftig.

Auch ein unauffälliges Wärmebild ist kein vollständiger Nachweis für einen fehlerfreien Zustand. Manche Defekte erzeugen nur in bestimmten Betriebszuständen einen deutlichen thermischen Unterschied.

Thermografie ist deshalb eine Methode zur Lokalisierung und Zustandsprüfung, keine vollständige Moduldiagnose.

Wie erkennt man defekte Solarmodule?

Bedeutung der thermischen Inspektion in PV-Kraftwerken

Große PV-Anlagen bestehen aus vielen ähnlichen Modulen und Strängen. Dadurch kann die Thermografie Abweichungen zwischen vergleichbaren Komponenten sichtbar machen und die Suche auf einen kleineren Teil der Anlage konzentrieren.

Monitoringdaten können diesen Prozess vorbereiten. Zeigt ein Wechselrichter oder Strang wiederholt ein ungewöhnliches Verhalten, lässt sich der entsprechende Anlagenbereich gezielt thermisch untersuchen.

Sichtbilder ergänzen die Bewertung. Ein warmer Bereich kann beispielsweise gleichzeitig verschattet oder stark verschmutzt sein. Ohne dieses sichtbare Umfeld könnte das Wärmebild anders interpretiert werden.

Wiederkehrende thermische Prüfungen können außerdem eine Historie aufbauen, wenn Ort und Aufnahmebedingungen sauber dokumentiert werden. Dadurch kann ein späteres Team nachvollziehen, ob eine Auffälligkeit neu, wiederkehrend oder nach Wartung verschwunden ist.

Die Methode ersetzt jedoch keine elektrische Messung. Wenn Isolationswiderstand, Strom, Spannung oder I-U-Verhalten entscheidend sind, muss die entsprechende Prüfung separat erfolgen.

Wie die Thermografie aus der Luft angewendet wird

Bei der Thermografie aus der Luft fliegt eine Drohne entlang einer definierten Route über die Anlage. Ziel ist es, thermische und gegebenenfalls sichtbare Bilder so aufzunehmen, dass Module, Stränge oder andere Komponenten räumlich zugeordnet und fachlich verglichen werden können.

Die Route hängt von der Größe des gesuchten Merkmals ab. Eine Untersuchung kompletter Modulflächen erlaubt andere Flughöhen als eine Prüfung kleiner Zellbereiche. Zielauflösung, Kameraoptik und Aufnahmeabstand müssen deshalb gemeinsam betrachtet werden.

Auch Positionsinformationen sind wichtig. Ein thermischer Kandidat ist für die Instandhaltung nur dann brauchbar, wenn das Team ihn später auf dem Gelände eindeutig wiederfinden kann.

IEC 62446-3 behandelt die Thermografie an in Betrieb befindlichen PV-Systemen im Außenbereich und berücksichtigt Ausrüstung, Umgebungsbedingungen, Verfahren, Personalkompetenz und Berichtswesen. Ein allgemeines Temperaturintervall für jede Anlage wird nicht vorgegeben.

Die Befliegung ist daher Teil eines Prüfverfahrens und kein bloßer Kameraflug. Aufnahmebedingungen und Geometrie beeinflussen unmittelbar die technische Aussage.

Auswahl von Drohne und Wärmebildkamera

Die Auswahl sollte bei der Prüfaufgabe beginnen und nicht bei einer Marke. Entscheidend ist, ob das Gesamtsystem die geforderte Zielauflösung, stabile Flugführung und eine brauchbare Datengrundlage für die spätere Bewertung liefert.

Thermische Auflösung beeinflusst, wie viele Bildpunkte einen Zellbereich oder ein Modul darstellen. Die Optik bestimmt gleichzeitig Sichtfeld und Detailgrad bei einer bestimmten Flughöhe. Beide Größen müssen zusammen betrachtet werden.

Flugzeit ist vor allem ein betrieblicher Parameter. Eine längere theoretische Flugzeit kann bei großen Anlagen hilfreich sein, verbessert aber nicht automatisch die Qualität der thermischen Beobachtung.

Auch thermische Empfindlichkeit und Temperaturmessung sind unterschiedliche Eigenschaften. Die Fähigkeit, kleine Temperaturunterschiede sichtbar zu machen, darf nicht mit absoluter Temperaturmessgenauigkeit gleichgesetzt werden.

Herstellerangaben sollten für das tatsächlich verwendete Gerät geprüft werden. Für die Auswahl können reale Datensätze unter ähnlichen PV-Bedingungen zusätzlich zeigen, ob die gewünschte Detailtiefe praktisch erreicht wird.

Flugplanung und Aufnahmebedingungen

Die Flugplanung beginnt mit der Festlegung des Prüfbereichs. Es sollte klar sein, welche Reihen oder Blöcke erfasst werden, welche Zielauflösung benötigt wird und welche Komponenten außerhalb des eigentlichen Modulfelds gegebenenfalls mit betrachtet werden sollen.

Die Einstrahlung beeinflusst das elektrische Verhalten der Module und damit viele thermische Muster. Eine Aufnahme während stabiler Bedingungen ist daher anders zu bewerten als ein Datensatz, der während ständig wechselnder Bewölkung entstanden ist.

Wind verändert die Oberflächenkühlung. Eine lokale Erwärmung kann bei stärkerer Luftbewegung weniger ausgeprägt erscheinen. Winddaten helfen deshalb, Unterschiede zwischen zwei Prüfungen technisch besser einzuordnen.

Auch Modultemperatur und Wolken gehören zum Kontext. Eine Modulreihe, die gerade aus einer Verschattung kommt, kann sich noch in einem thermischen Übergang befinden und dadurch anders erscheinen als benachbarte Reihen.

Der Blickwinkel spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Modulglas reflektiert thermische Strahlung aus Himmel, Boden und Umgebung. Ein ungünstiger Winkel kann scheinbare heiße oder kalte Bereiche erzeugen, die mit dem inneren Zustand des Moduls nichts zu tun haben.

Flughöhe und Geschwindigkeit müssen zur gewünschten Detailauflösung passen. Eine zu große Distanz reduziert die Zahl der Bildpunkte auf dem Ziel, während eine zu schnelle Bewegung die Bildqualität beeinflussen kann.

Auch Hindernisse, Trackerstellung und Gelände können die Geometrie verändern. Wird ein Teil der Anlage unter deutlich anderem Winkel aufgenommen, sollte diese Abweichung bei der Auswertung berücksichtigt werden.

Die Route sollte zudem so dokumentiert sein, dass spätere Wiederholungsprüfungen denselben Bereich gezielt erfassen können. Eine identische Route allein reicht jedoch nicht aus, wenn Umwelt- und Betriebsbedingungen wesentlich anders sind.

Datenanalyse: von Kandidaten zu bestätigten Befunden

Nach der Aufnahme beginnt die Analyse mit der räumlichen Zuordnung. Wärmebilder und Sichtbilder müssen einem Modul, einer Reihe, einem Strang oder zumindest einem klar definierten Anlagenbereich zugeordnet werden können.

Danach werden Kandidaten identifiziert. Dazu gehören etwa lokal erwärmte Zellen, ungewöhnliche Modulmuster, auffällige Verbindungen oder Stränge, die sich thermisch von technisch vergleichbaren Bereichen unterscheiden.

KI-gestützte Verfahren können diese erste Sichtung unterstützen und große Datenmengen vorsortieren. Sie sind jedoch keine automatische Diagnose. Ein markierter Kandidat muss fachlich geprüft werden, bevor daraus ein technischer Befund entsteht.

Zunächst werden mögliche Aufnahmeeffekte ausgeschlossen. Reflexionen, Schatten, Wolkenwechsel, Fokusprobleme, unzureichende Auflösung oder unterschiedliche Blickwinkel können Muster erzeugen, die einem Defekt ähneln.

Das sichtbare Bild liefert weiteren Kontext. Verschmutzung, Vegetation oder ein physischer Schaden an derselben Position können erklären, warum ein Bereich thermisch anders erscheint.

Monitoringdaten können zusätzlich zeigen, ob der betroffene Strang oder Wechselrichtereingang auch elektrisch auffällt. Stimmen mehrere unabhängige Hinweise überein, wird eine gezielte Vor-Ort-Prüfung plausibler.

Die eigentliche Bestätigung kann eine I-U-Kennlinie, Voc-Messung, Kurzschlussstromprüfung, Isolationsmessung oder eine andere zum Verdacht passende Prüfung erfordern. Die Auswahl richtet sich nach der vermuteten technischen Ursache.

Ein Kandidat sollte deshalb im System seinen Status behalten: erkannt, fachlich geprüft, elektrisch bestätigt, verworfen oder noch offen. Diese Trennung verhindert, dass eine automatische Markierung später fälschlich als bestätigter Defekt behandelt wird.

Bericht und Nachverfolgung

Der Bericht sollte die genaue Position jedes relevanten Befunds enthalten. Modul, Reihe, Strang oder Betriebsmittel müssen so bezeichnet sein, dass ein anderes Team die Stelle später eindeutig wiederfinden kann.

Auch die Aufnahmebedingungen gehören zum Datensatz. Einstrahlung, Wind, Wolken, Modultemperatur und relevante Flugparameter helfen bei der späteren Einordnung.

Thermischer Kandidat und bestätigte Ursache sollten getrennt dokumentiert werden. Wenn eine elektrische Prüfung den Verdacht bestätigt oder widerlegt, muss dieses Ergebnis mit dem ursprünglichen Bild verknüpft bleiben.

Nach einer Wartungsmaßnahme kann eine erneute Thermografie sinnvoll sein. Die Bewertung sollte jedoch berücksichtigen, ob die Bedingungen tatsächlich ausreichend vergleichbar waren.

Eine einzelne Prüfung ist keine kontinuierliche Überwachung. Intermittierende Fehler können zum Prüfzeitpunkt fehlen, und neue Probleme können anschließend entstehen. Monitoring, Wiederholungsprüfungen und Wartungshistorie bleiben deshalb Teil des Gesamtprozesses.